Klavissimo

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Dynamik & Artikulation

Zeichen erklären und Zeichen vorspielen sind nicht dasselbe. fp bedeutet erst kräftig, dann sofort leise; das setzt Klavissimo noch nicht gesondert um. sf, sfz, sffz, fz und rfz betonen einen Ton oder Akkord: Klavissimo spielt sie wie einen Akzent vor und bewertet sie wie einen Akzent. Die Lautstärke danach bleibt, wie sie war. Bei morendo, smorzando und perdendosi ändert sich die Lautstärke, nicht automatisch das Tempo. Fermaten verlängern Vorspielen und „Im Takt“: Ton oder Pause unter der Fermate dauert doppelt so lang, der letzte Klang des Stücks oder Abschnitts zweieinhalbmal so lang. Hältst du kürzer oder länger, bewertet Klavissimo ab deinem nächsten Anschlag weiter, bis zu drei Sekunden über den geplanten Halt hinaus. Fermaten, die in den Stimmen zu verschiedenen Zeiten enden, verlängert Klavissimo nicht. Einnoten-Tremoli und freie Tremoli werden noch nicht ausgeführt.

Texte wie cresc., cres., molto cresc., dim., dimin. und dimin: e poco verändern die Lautstärke, wenn als nächste Dynamikanweisung ein passendes Lautstärkezeichen folgt: ein lauteres für Crescendo, ein leiseres für Diminuendo. Fehlt dieses Ziel oder steht vorher eine Gabel, erzeugt Klavissimo keinen zusätzlichen Verlauf. Eine laufende Gabel oder ein Gabelanfang im Abstand von höchstens einer Viertelnote vor oder nach dem Text hat Vorrang. Ein Gabelende allein sperrt den Text nicht. Molto bekommt keinen zusätzlichen Verstärkungsfaktor. Bei eingeschalteter Dynamik-Bewertung zählt der unterstützte Verlauf auch für die Bewertung mit anschlagstärkefähigem MIDI-Instrument; Bildschirmtasten werden nicht auf Anschlagstärke bewertet.

Klavissimo spielt Dynamik und Artikulation aus der Partitur nach den unterstützten Zeichen vor — und bewertet im Modus „Im Takt", wie du selbst damit umgehst.

Bei „morendo“, „smorzando“, „smorz.“ und „perdendosi“ wird die Wiedergabe allmählich leiser. Eine laufende Gabel oder zusammenhängende Gabelkette wird zuerst zu Ende gespielt. Ein folgendes leiseres Dynamikzeichen bestimmt das Ziel; bei gleichem Pegel bleibt der Verlauf flach. Folgt ein lauteres Zeichen, sinkt der Pegel zunächst um eine Stufe, bevor das Zeichen neu einsetzt. Ohne Folgeanweisung sinkt die Lautstärke bis zum Stückende um eine Stufe. Eine neue Dynamikanweisung begrenzt den Verlauf.

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Was Klavissimo vorspielt

Beim Vorspielen und in der Begleitung klingen Partitur-Dynamik von ppp bis fff, Crescendo-/Diminuendo-Gabeln und cresc.-Texte sowie Artikulation — Staccato, Staccatissimo, Tenuto, Akzente (inklusive Marcato) und Legato-Bögen — tatsächlich unterschiedlich, nicht mehr alle gleich laut.

Gut zu wissen:

Vorschläge, also die kleinen Noten vor einer Hauptnote, klingen beim Vorspielen und in der Begleitung kurz vor dem Schlag; die Hauptnote bleibt auf dem Schlag. Ist davor kein Platz, etwa am Anfang des gewählten Abschnitts, erklingt er auf dem Schlag, und die Hauptnote folgt unmittelbar danach. Arpeggien, also Akkorde mit einer Wellenlinie davor, klingen gebrochen: von unten nach oben, der tiefste Ton auf dem Schlag, alle Töne enden gemeinsam; zeigt ein Pfeil nach unten, von oben nach unten. Steht die Wellenlinie über beide Systeme, ist das ein einziger Bogen über beide Hände. In „Note für Note“ spielt die Begleitung der anderen Hand nur die Hauptnote und schlägt Akkorde gleichzeitig an. Triller, Mordente und Doppelschläge klingen ebenfalls ausgeführt. Der Triller beginnt auf der Hauptnote, wechselt schnell mit dem Ton darüber und endet auf der Hauptnote. Ein Mordent spielt Hauptnote, Ton darunter, Hauptnote; der Pralltriller dasselbe mit dem Ton darüber. Ein Doppelschlag umspielt die Note: Ton darüber, Hauptnote, Ton darunter, Hauptnote; der umgekehrte beginnt mit dem Ton darunter. Beim verzögerten Doppelschlag klingt erst die Hauptnote eine Weile, die Umspielung folgt am Ende der Note. Wie schnell, richtet sich nach dem Tempo, in dem du übst. Ist die Note dafür zu kurz, erklingt nur die Hauptnote. Ein Zweinoten-Tremolo, also zwei Noten oder Akkorde, die schnell abwechseln sollen, erklingt als gleichmäßiger Wechsel im Takt: bei zwei Tremolobalken in Sechzehnteln, bei drei in Zweiunddreißigsteln. Die erste Note oder der erste Akkord beginnt, der Wechsel endet genau mit dem gedruckten Notenwert, und die Tasten leuchten mit. Bewertet werden nur die geschriebenen Noten und Akkorde, je einmal zu ihrer Zeit. Spielst du eine Verzierung mit, zählen ihre Töne nicht als zusätzlich, und in „Note für Note“ nicht als Fehler. Das gilt auch für Arpeggien und Tremoli. Brichst du einen Akkord mit Wellenlinie, zählt sein Einsatz: Die oberen Töne dürfen später kommen, solange du nicht deutlich langsamer brichst als beim Vorspielen. Beim Zweinoten-Tremolo zählt je Note oder Akkord ein Anschlag; die Wechsel dazwischen sind nicht zusätzlich. In „Note für Note“ zählt ein weiterer Tremolo-Wechsel nicht als Fehler. Beginnt ein Doppelschlag oder ein Triller mit dem Ton darüber, zählt dieser erste Ton in der Regel als Einsatz der Note; ein Vorschlag, den du auf dem Schlag spielst, ebenso. Nur wenn dein Timing dadurch insgesamt schlechter bewertet würde, bleibt der Hauptton der Einsatz. Pralltriller und Mordent beginnen auf der Hauptnote, bei ihnen ist immer der Hauptton der Einsatz. In Übungen und Stücken mit Verzierungen zeigt die Ergebnis-Karte im Modus „Im Takt“ zusätzlich, ob du jede Verzierung gespielt hast und wo eine falsche Nebennote war; in die Gesamtnote geht das nicht ein. In „Note für Note“ schaltet ein Zierton, der zugleich die nächste Note ist, nicht mehr weiter. Wie schnell du trillerst und wie viele Töne der Triller hat, spielt dafür keine Rolle. Beim Zweinoten-Tremolo überlappen die Zwischenanschläge leicht, damit der Wechsel zusammenhängender klingt; die Noten, nach denen bewertet wird, bleiben unverändert. Die Tremolobalken zwischen den Noten sind im Notenbild sichtbar.

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Die vier Regler im Player-⚙

Im Player-⚙ steuerst du unter der Rubrik „Dynamik" die Wiedergabe: der Schalter „Partitur-Dynamik" plus drei Regler von 0 bis 200 % — „Dynamik-Kontrast", „Akzent-Stärke" und „Betonung Taktschwerpunkt" (100 % = neutral).

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Wie die Bewertung funktioniert

Bewertet wird nur im Modus „Im Takt" — und relativ zu deinen eigenen Anschlägen, nicht absolut: Klavissimo prüft, ob dein pp wirklich leiser klingt als dein mf, ob ein Crescendo tatsächlich lauter wird (ein Diminuendo leiser), ob ein Akzent gegenüber den Nachbarnoten heraussticht und ob Staccato kurz genug bzw. Tenuto lang genug klingt. Wie laut du absolut spielst, zählt nicht — jedes Digitalpiano meldet Anschlagstärke anders.

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Ohne echtes MIDI-Piano: die Bildschirm-Klaviatur

Spielst du über die Bildschirm- oder Computertastatur statt über ein echtes MIDI-Piano, gibt es keine echte Anschlagstärke — jeder Tastendruck kommt mit derselben festen Lautstärke an. Klavissimo lässt Stufen, Crescendo/Diminuendo und Akzente dann ehrlich weg, statt sie falsch zu bewerten, und bewertet nur noch die Artikulation (Staccato/Tenuto) — die hängt allein am Timing, nicht an der Anschlagstärke. Die Ergebnis-Karte sagt das in einem eigenen Satz. Meldet dein Instrument immer dieselbe Anschlagstärke, behandelt Klavissimo es wie die Bildschirmtastatur.

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Der Schalter „Dynamik & Artikulation bewerten"

Ob überhaupt bewertet wird, entscheidet der Schalter „Dynamik & Artikulation bewerten" im Player-⚙, direkt neben „Pedal streng bewerten". Die Presets setzen ihn automatisch vor — im Spiel-Modus aus, im Lern-Modus an —, du kannst ihn aber jederzeit einzeln übersteuern. Unter /einstellungen → Instrument zeigt die Zeile „Dynamik-Bewertung" auf einen Blick, ob er gerade an oder aus ist; geändert wird er im Player-⚙. Bei den Übungen im Modul „Dynamik und Artikulation“ bewertet Klavissimo die Zeichen im Modus „Im Takt“ immer, auch wenn der Schalter aus ist. Diese Übungen öffnen deshalb mit „Im Takt“, denn „Note für Note“ misst keine Lautstärke. Wählst du dort selbst „Note für Note“, merkt sich Klavissimo das für diese Übung.

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Die Ergebnis-Karte

Ist der Schalter an, bekommst du im Ergebnis eine eigene Karte „Dynamik & Artikulation" mit einem Score von 0 bis 100 — je nachdem, was das Stück hergibt, mit Zeilen zu Stufen (z. B. „pp → mf: klar getrennt" oder „nicht getrennt", wenn zwei Stufen bei dir gleich laut geraten sind), Crescendo/Diminuendo, Akzenten und Artikulation. Der Gesamt-Score aus Genauigkeit und Timing bleibt davon unberührt — genau wie beim Pedal ist das ein eigener, zusätzlicher Block. Hältst du beim Spielen das Pedal durchgehend getreten, lässt sich Staccato bzw. Tenuto darunter nicht beurteilen — solche Noten werden nicht bewertet, und die Karte weist das aus (z. B. „5 von 6 getroffen (+2 unter Pedal nicht bewertet)"). In den Übungen des Moduls „Dynamik und Artikulation“ zählt die Karte auch für die Meisterung: Eine Übung gilt dort erst als gemeistert, wenn die Gesamtnote mindestens 80 und die Dynamik mindestens 70 Punkte erreicht. Misst Klavissimo keine Lautstärke, etwa an der Bildschirmtastatur oder mit einem Instrument ohne Anschlagdynamik, zählt die Gesamtnote allein. Die Karte sagt jeweils, warum.

Gut zu wissen:

Zwei Grenzen, ehrlich benannt: Trägt das Stück weder Dynamik- noch Artikulationszeichen, erscheint gar keine Karte — es gibt dann nichts zu bewerten. Und Legato wird (noch) nicht bewertet, auch wenn es beim Vorspielen bereits zu hören ist.

Das Ergebnis verstehen Im Takt üben Einstellungen im Überblick
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